GKS-Botschafterreise nach Myanmar und Kambodscha

24.11.2010 bis 05.12.2010

Nach der Landung in Yangon besichtigen wir zunächst den Hafen und besuchen dann die wunder-schöne Shwedagon Pagode. Am nächsten Tag ist um 5 Uhr Abfahrt zum Flughafen und Flug nach Bagan. Es geht per Bus ca. zwei Stunden zum ersten Projekt, einer Klosterschule in Salay. Wir passieren die Stadt Chauk, wo gerade Pagodenfestival gefeiert wird, können bei der Erdnussernte zuschauen und sehen, dass in dieser Gegend Erdöl und-gas gefördert wird.

Projekt 044, Klosterschule Sasana Yaung Chi in Salay

Etwa 75 Kinder aus sozial schwachen Verhältnissen besuchen diese Schule. Ihre Eltern könnten das Geld für Bücher, Schuluniformen und Schulgeld nicht aufbringen. Nur durch Spenden und die Unterstützung der Georg Kraus Stiftung können fünf Lehrerinnen bezahlt werden und die Kinder lernen lesen, schreiben und rechnen. Die Schule besteht aus drei offenen Gebäuden, in denen bis zur 4. Klasse unterrichtet wird. Wir verteilen an die vier anwesenden Lehrerinnen je eine Tasche mit Bunt- und Bleistiften (Spende Faber Castell), Kugelschreibern und Pflasterpäckchen (Spende Beiersdorf). Die Lehrerinnen verteilen sofort an jedes Kind drei Stifte. Sie verdienen 15.000 Kyat im Monat, was ca. 13,60 € entspricht. Ein normales Lehrergehalt in Myanmar beträgt etwa 30.000 Kyat. Mit einem Kapitalbildungsplan bis 2014 soll die Schule auf einen Stand gebracht werden, dass die Lehrerinnen besser bezahlt und der Schulbedarf aus Eigenkapital gedeckt werden kann. Hierfür braucht die Schule noch kontinuierlich finanzielle Unterstützung.

Die kontinuierliche Betreuung der Schule wird durch Frau Yin Yin Nyein sichergestellt, die als Projektleiterin für die Organisation Helping Hands for New Generation mehrere Waisenhäuser und Klosterschulen in Myanmar betreut.

Auch dem Abt überreichen wir eine Tasche mit Schulmaterial. Er bedankt sich herzlich und öffnet für uns einen Schrank mit seltenen bis zu 200 Jahre alten Abschriften des Pali Kanon (buddhistische Lehre). Er lädt die Mitglieder der GKS Gruppe ein, an einem der nächsten Meditations-Retreats teilzunehmen.
Nach einem herrlichen Sightseeing Tag in Bagan mit sehr kompetenten Erklärungen von Nwe Mar und Besichtigung einer Lackwaren Manufaktur fliegen wir am 28.12. nach Heho. Zunächst per Bus dann im offenen Pickup erreichen wir das zweite Ziel, das Forstprojekt Peyntaung. 

Forstprojekt Peyntaung

Wir werden von der Projektleitung, einem Landwirtschafts- und einem Forstexperten, empfangen. Nwe Mar informiert zunächst über dieses bereits abgeschlossene Projekt, das von den Organisationen FREDA, JOFCA und GKS finanziert wurde.

Anschließend machen wir einen Rundgang und sind begeistert über die Fortschritte in diesem Dorf. Es wurden nicht nur drei Baumarten gepflanzt, die nach zehnjähriger Aufzucht geerntet und als Brennholz verkauft werden können. Es wurde auch eine Wasserversorgung mit leistungsfähiger Pumpe gebaut, die Schule ausgebaut, eine gesunde Rinderrasse eingekreuzt. Die Bauern wurden geschult, von der Brandrodung abzugehen und stattdessen mit landwirtschaftlichen Abfällen und Rinderdung Kompostierung zu betreiben. Wir besichtigen die Wald-Parzellen, die von der GKS gestiftet wurden und sind der Meinung, dass dies ein sehr erfolgreiches Projekt und gut investiertes Geld war.
Anschließend dürfen wir auch das Haus des Bürgermeisters besichtigen. Im Mittelpunkt des einfachen Wohnraumes stehen ein kleiner Buddha-Altar und viele religiöse Bilder. Wir sehen auch hier die für Burma kennzeichnende Verwurzelung im Glauben, die dieses Land auch die schwierigen politischen Bedingungen mit einem heiteren Gemüt ertragen lässt.

In der Schule geben wir erneut Buntstifte, Pflastertäschchen und kleine NIVEA Döschen ab und freuen uns, dass die Kinder für uns singen.

Den letzten Tag in Myanmar verbringen wir am Inle-See, wo wir einen Einblick in die Handwerkskunst Myanmars erhalten. Wir besichtigen eine Seidenweberei, eine Messerschmiede, Schirm-Manufaktur und einen Bootsbaubetrieb.

Am ersten Dezember endet unsere Reise durch Burma, wir fliegen von Yangon nach Bangkok und fahren von dort per Bus nach Kambodscha zum zweiten Teil der Projektreise.

Ein sehr herzlicher Dank an Nwe Mar Röhder, die uns sehr sachkundig, mit viel Engagement und einem großen Herzen für alle individuellen Bedürfnisse geleitet hat.