Bildung für Mädchen und junge Frauen
Projektnummer: 8
Die Stiftung setzt sich seit Jahren für das Projekt Gewalt gegen Frauen und Mädchen in Kambodscha ein (s. nachfolgenden Reisebericht).
Zusätzlich wurde 2011 ein Ausbildungsprojekt für Frauen und Mädchen in der Region Banteay Meanchey eingerichtet.
Innerhalb eines Jahres erhalten 30 junge Frauen und Mädchen, die Opfer von Gewalt wurden, ein Trainingsprogramm, das sie in der Ausübung Ihrer beruflichen Fertigkeiten unterstützt. In diesem Rahmen werden Sie zu Schneiderinnen und Köchinnen ausgebildet, damit sie nach erfolgreichem Abschluss ihr eigenes Geschäft eröffnen und ihren Anteil zum Familieneinkommen beitragen können.
Ein (Reise-)Bericht von Stefan Habermeier, Stiftungsbotschafter Georg Kraus Stiftung
Rithy ist wütend. Wütend über ein Leben in Armut, wütend über die geringe Bezahlung als Tagelöhner und vor allem ist er wütend, weil er nichts an seiner Situation ändern kann. Als seine Frau ihn um Geld für neue Stifte für die Kinder bittet, rastet er aus. Rithy greift zu einer Flasche und schlägt zu. Seine Frau sinkt wimmernd zu Boden. Diese Situation, die uns eine Jugendgruppe als Theater-stück vorspielt, könnte sich in vielen kambodschanischen Haushalten ereignen. Ob Gewalt oder sexueller Miss-brauch, die Arten der Übergriffe sind vielfältig. Und einmal zum Opfer gibt es kaum einen Weg in ein normales Leben. Glaubt man einem dortigen Sprichwort sind Frauen, wie ein weißes Tuch: einmal befleckt immer befleckt.
Doch was sind Gründe für dieses gesellschaftliche Problem? Die Schreckensherrschaft der Roten Khmer hat in Kambodscha das Wirtschafts-, Gesundheits- und Bildungssystem zerstört. Und 20 Jahre nach Unterzeich-nung der Friedensverträge hat die Mehrheit der Frauen in ländlichen Gebieten noch immer keinen Zutritt zu diesen lebensnotwendigen Grundlagen. Fehlende finanzielle Mittel und ein geringes Selbstwertgefühl machen sie nun anfällig für Gewalt und Ausbeutung.
Um mehr darüber zu erfahren, habe ich das Cambodian Women’s Crisis Center besucht. Diese NGO hat das Ziel, Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen. In „Sheltern“ wird Betroffenen nachhaltiger Schutz gewährt. Dazu wird psychologische und rechtliche Beratung, sowie medizi-nische Hilfe angeboten. Ziel ist die Reintegration der Klien-tinnen zurück in die Dorfgemeinschaften durch Berufs-ausbildung und Gewährung finanzieller Unterstützung. Von 2005 bis 2009 konnte die Organisation bereits ca. 6.000 Frauen und Mädchen helfen.
Doch wie ist die Situation heute? Voller Stolz kann ich berichten, dass das Safe-Shelter-Projekt und die dazugehörige Reintegration sehr gut verlaufen. Dank der finanziellen Unterstützung (v.a. durch die deutsche Georg Kraus Stiftung, aber auch Lotus Outreach International und Terres des Hommes Niederlande) sind diese Maßnahmen zu einem unersetzlichen Baustein in der großen Landschaft der Hilfs- und Entwicklungsprojekte in Kambodscha geworden.
Warum unersetzlich? Einerseits wird gewährleistet, dass das Geld und die daraus entstehenden Leistungen bei den betroffenen Menschen ankommen und diese durch die zielgerichtete Unterstützung eine echte Chance im Leben erhalten. Dazu wird mit weiteren Projekten (z.B. Beispiel einem Schulprogramm) und dem Netzwerk aus Behörden, Kommunen und vielen weiteren Menschen nicht nur direkte Hilfe, sondern auch wertvolle Information und Prävention in den meist abgelegenen ländlichen Gegenden betrieben. Für die Arbeit der Organisation, der internationalen Sponsoren und dem Engagement der verschiedenen Stiftungsbotschafter, sind die Menschen daher unendlich dankbar. Das sieht man nicht nur an dem Lächeln auf ihren Lippen, sondern vor allem an den strahlenden Augen. Ein Zeichen des Glücks - tief aus ihren Herzen.








