ArcheMed + Bild-Hilft September 2010 100

Eritrea. Mutter-Kind-Zentrum in der veralteten Provinzklinik in Keren

Projektnummer: 98

Stromausfälle behindern eine gesicherte ärztliche Versorgung. Abhilfe können Photovoltaikanlagen – Strom aus Sonne – bedeuten, so wie Keren für das dortige Mutter- Kind-Zentrum. Beide, Mütter und Kinder haben so erheblich höhere Überlebenschancen.

Eritrea gilt als eines der Notstandsgebiete unserer Welt. Die Bevölkerung leidet unter der großen Dürre dieser Region, dem nicht beendeten Kriegszustand mit dem Nachbarland Äthiopien und bitterster Armut. Die medizinische Infrastruktur ist mangelhaft und veraltet, es fehlt an Fachkräften im Gesundheitsbereich. Die Genitalverstümmelung von Frauen und Mädchen ist weiterhin weit verbreitet.
Für die 5 Millionen Einwohner Eritreas gibt es 7 Gynäkologen, zwei HNO-Ärzte und einen Urologen. Im gesamten Land arbeiten nur 40 Ärzte gibt, von denen die Hälfte auch nur ausgebildete Sanitäter sind, die im Krieg ärztliche Arbeit leisten mussten.

Entbindende Frauen und kritisch kranke Neugeborene

Eritrea hat weltweit die höchste Müttersterblichkeit. Landesweit stirbt eine Mutter auf 46 Geburten. Je abgelegener die Provinz, umso höher ist die Sterblichkeit, auch für fast alle kleinen Frühgeborenen oder kritisch erkrankte Neugeborenen.

Keren, die zweitgrößte Stadt des Landes und Hauptstadt der Provinz Anseba, liegt zwei Autostunden nördlich der Hauptstadt Asmara und hat 80.000 Einwohner. Um hier jungen Frauen eine sichere Geburt und ihren neugeborenen Kindern das Überleben zu sichern errichtete der Verein „ARCHEMED – Ärzte für Kinder in Not“ ein neues Mutter-Kind-Zentrum in der veralteten Provinzklinik von Keren. Technische Unsicherheiten erschweren die Arbeit der Ärzte vor Ort, regelmäßige Stromausfälle, zeitweise mehr als 12 Stunden, machen eine durchgängige Versorgung der Patienten fast unmöglich, teilweise mit tödlichen Folgen. Sonne ist in Eritrea reichlich vorhanden, also kann eine Photovoltaikanlage Abhilfe schaffen.

Die Georg Kraus Stiftung hat die notwendigen Mittel für den Transport und die Installation der Photovoltaik-Anlage vor Ort zur Verfügung gestellt. Damit verringert sich das große Problem der dauernden Stromausfälle. Die neugeborenen, kranken oder frischoperierten Kinder haben wesentlich höhere Überlebenschancen. Aktuell hat die Georg Kraus Stiftung eine Sauerstoffanlage für die neue Mutter-Kind Klinik in Keren gefördert.