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Kapverden. Das Kinder- und Jugendzentrum Tarrafal

Projektnummer: 55

Mut zur eigenen Zukunft: Kinder- und Jugendzentrum „Tarrafal“ auf den Kapverden

Positive Erfahrungen in Sport oder Kunst fördern das Selbstwertgefühl von Kindern und Jugendlichen, besonders aus benachteiligten Schichten. Die jungen Leute erfahren, dass sie selbst etwas bewirken können – sie können selbst ihre Zukunft in die Hand nehmen.

Mit diesem Ansatz arbeitet seit 2005 „Delta Cultura Cabo Verde“, das außerschulische Kinder- und Jugendzentrum “Tarrafal” auf den Kapverden in der gleichnamigen Distriktstadt mit Kindern aus den ärmsten Verhältnissen, die durch ihre Familien keine Unterstützung erhalten. Das öffentliche Schulsystem auf den Kapverden ist ebenfalls nicht in der Lage, die Kinder ihren Potentialen entsprechend zu fördern. Dem Jugendzentrum gelingt es durch Angebote in Fußball oder Kunst die jungen Menschen von der Straße zu holen. Ergänzt durch Sprach- und Medienkompetenz erhalten im „Delta Cultura Cabo Verde“ die Jungen und Mädchen außerschulisch eine gute Bildungsgrundlage. Vor allem die Mädchen sind strukturell auf den Kapverden benachteiligt. Sie arbeiten in stärkerem Maße als die Jungen im Haushalt mit und beaufsichtigen ihre jüngeren Geschwister. Ihre Persönlichkeit wird durch ihre positiven Erfahrungen im Fußball oder kreativem Gestalten gestärkt. Träger des Zentrums ist „Delta Cultura Cabo Verde“, der Verein ist gut mit deutschen und österreichischen Organisationen vernetzt. Die Georg-Kraus-Stiftung unterstützt diese Arbeit durch die Finanzierung zweier Lehrkräfte. Eine Lehrerin, in Holland ausgebildet, unterrichtet Informatik und Technologie, die andere Lehrkraft verantwortet die Hausaufgabenhilfe und den Nachhilfeunterricht. In der Regel findet die Unterstützung in kleinen Gruppen statt, dieses fördert nachhaltig das Selbstwertgefühl und die Freude an Lernen und Neuem. Die jungen Leute finden so neue Horizonte, Orientierung und Mut zur eigenen Zukunft auf den Kapverden.

So war es auch bei Manecas. Er verbrachte 9 Jahre bei Delta Cultura. Trotz schwerer Kindheit hat er es geschafft sein Leben in die richtigen Bahnen zu lenken. Nun ist er 24 Jahre alt und offizieller Touristenführer. Seine nächsten Ziele sind Deutsch zu lernen und eine eigene Agentur zu eröffnen. Heute sagt er: „Ich habe so viele Fehler in meiner Kindheit gemacht und war oft kurz davor den falschen Weg einzuschlagen. Aber meine Mutter und Delta Cultura halfen mir, mich nicht selbst zu verlieren.“