Bangladesh, Barai
Bangladesch, Barai

Bangladesch. Förderung von Schulprojekten

Nr. 121

Seit vielen Jahren sammeln die Gründer von UDOY e.V., Helen und Siegfried Schmidt, Spenden für die Schulen in Barai in Bangladesch.

Die Kinder in Barai leben in einem Gebiet direkt an der Ostgrenze Bangladeschs zu Indien, das verkehrstechnisch schlecht erschlossen ist. Es führen nur gestampfte Wege zu dem Dorf. Ein Großteil der Familien arbeitet als Holzsammler oder Landwirtschaftshelfer, Helfer auf Obstplantagen oder als Haushaltshilfen. Das Einkommen dieser Familien – teilweise hüten die Kinder Vieh oder helfen bei elterlichen Arbeiten – ist sehr gering. Viele können die Gebühren für Schulprüfungen, die in Bangladesh obligatorisch sind, nicht bezahlen.

Bildungsprojekt in Barai

Die Grundschule in Barai (Upazilla Kasba) betreut zurzeit 192 Schüler. Sie ist halbstaatlich, d.h. die Lehrer erhalten ein kleines Gehalt, das Gebäude ist vom Staat gebaut. Darüber hinaus gibt es jedoch kaum finanzielle Unterstützung. Es fehlt an allem. Seit 1998 arbeiten die Gründer von UDOY vor Ort. Im Laufe der Jahre wurden bereits einige Anschaffungen gemacht, Toiletten gebaut, Schulkleidung und Material für den Sportunterricht organisiert sowie einige Reparaturarbeiten durchgeführt. Jetzt soll Lehr- und Lernmaterial für die Klassen 1 – 5 angeschafft und bedürftige Schüler sollen unterstützt werden.

Aktuell wird besonders eine Vorschulklasse aufgebaut, in die die 5-jährigen Kinder gehen. Zurzeit werden in der Vorklasse 35 Kinder betreut. Hier wird pädagogisches Material und Spielzeug dringend benötigt.

Bildungsprojekt in Tantar

Inzwischen ist neben der Grundschule in Barai noch eine weitere Schule in Tantar (Upazilla Akhaura) in der Nähe von Brahmanbaria dazu gekommen, die unterstützt werden soll. Diese neue Schule (gegründet Anfang 2016) ist noch im Aufbau. Sie ist eine Privatinitiative für Kinder ab der 6. bis zur 10. Klasse und vorerst für Schüler, die Schwierigkeiten in den staatlichen Schulen haben. Die staatlichen Schulen haben oft eine Klassenstärke von 50 und mehr Schülern. Individuelle Förderung ist praktisch nicht möglich. Die Schule in Tantar bereitet vorerst auf die Prüfungen vor, die jeweils am Ende des Schuljahres stattfinden, über die Versetzung entscheiden und Gebühren kosten.

Für den Aufbau der Schule werden Tische und Bänke, die von örtlichen Schreinern hergestellt werden sollen, benötigt. Tafeln, Schränke sowie Lehr- und Lernmaterial müssen gekauft werden, ebenso Schulkleidung für bedürftige Schüler außerdem arbeiten einige Lehrer ohne Bezahlung. Dringend notwendig ist auch der Bau einer Toilette sowie die Installation einer Wasserpumpe.

Zusätzlich soll in Tantar neben der Schule eine Bücherei entstehen, in erster Linie für die Schüler aber auch für die interessierte Bevölkerung. Dazu müssen ein Raum angemietet sowie verschließbare Bücherschränke hergestellt werden, Leseecken eingerichtet und der gesamte Bücherbestand gekauft werden. Außerdem wird ein Schreibtisch für die Verwaltung der Bücherei benötigt. Die Bücher sollen auch gegen angemessene Gebühren ausgeliehen werden. Der Leihbetrag wird bei der Rückgabe erstattet. An einem Tag der Woche soll die Bücherei ausschließlich für Frauen geöffnet sein.

Udoy e.V. arbeitet eng zusammen mit der Lehrerschaft in Barai und Tantar. Die Ausgaben werden jeweils vorher abgesprochen. Da die Projekte mindestens einmal im Jahr besucht werden, können Fortschritte der geplanten Aktionen überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.

Bangladesh, Barai
Bangladesch, Barai

Die Georg Kraus Stiftung fördert das Projekt „Schulprojekte in Bangladesch“, indem sie die Ausstattung von Klassenräumen, die Anschaffung von Lehr- und Lernmaterial mitfinanziert und den Aufbau der Bücherei unterstützt.