Bolivien_Orlando, Gonzalo und Juan - Schreinerei

Bolivien – Heim für Straßenkinder in Sucre

Projektnummer: 37

Bolivien, das Land ist alles andere als im Aufwärtstrend, durch fehlende Einnahmen aus der Ölgewinnung, Verfall des Ölpreises, sinken leider auch die Einnahmen für den Staat. Geplante Verbesserungen im Straßenbau, Agrarwirtschat, Wasservorräte, Bau von Krankenhäuser und Schulen etc. können nicht realisiert werden, die Gelder fehlen. “El Niño” macht sich auch leider bemerkbar, seit Mai hat es nicht richtig geregnet. Der Präsident rief den nationale Notstand für Bolivien aus.

Das Projekt im bolivianischen Sucre möchte Straßenkindern ein Zuhause geben und eine Ausbildung ermöglichen. 35 Kinder erhalten die Chance auf eine gute Qualifizierung.

Das Ketchuawort „Oqharikuna“ heißt “Stehen wir auf”. Der Name ist Programm: Auf eigenen Beinen stehen. Hilfe zur Selbsthilfe – unter diesem Motto unterstützt die Georg Kraus Stiftung das Projekt Oqharikuna im bolivianischen Sucre. Hier leben und lernen 35 Straßenkinder in einem Internat mit angeschlossener Ausbildungsstätte, sie hätten sonst keine Chance. „Wir unterstützen nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit, die Menschen hilft, ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen“, so das Credo der Stiftung.

Dass dieses möglich ist, dafür steht der Projektpartner Fundacion Oqharikuna. Er betreibt ein Internat, zwei Tagesheime und eine Schule. Das Internat Casa Stefan beherbergt und betreut Jungen aus extremer Armut, Verlassenheit und Gefährdung. Es bietet ihnen die Möglichkeit, ihr Leben in einer würdigen und familiären Umgebung zu ändern und sich zu entwickeln. Derzeitig leben Jungen von vier bis achtzehn Jahren im Internat, solange bis sie ihren Schulabschluss oder eine Berufsausbildung erreichen.

Oqharikuna ist keine vorübergehende Unterbringung, sondern bedeutet die Aufnahme in eine neue Familie, zusammen mit einer größeren Anzahl von Geschwistern und Erwachsenen.

Sie führen dort ein ganz normales Leben wie in einer Familie mit allen Pflichten und Rechten. Ihre vorrangige Pflicht ist der Schulbesuch von der Primar- bis zur Sekundarstufe, und zwar in der schulischen Einrichtung, die die Leitung des Internats bestimmt. In Casa Stefan finden die Kinder und Jugendlichen einen Lebensalltag mit allem Nötigen vor, also gesunde Ernährung, Kleidung, Schulmaterial und schulische Betreuung, medizinische Behandlung. Vor allem aber werden sie als Personen ernst genommen und erhalten Zuwendung und Wertschätzung.

Zur Deckung der Betriebskosten von Internat, zwei Tagesheimen und einer Schule hat sich Oqharikuna Einnahmequellen geschaffen: Sie unterhält einen Bauernhof, eine kleine Molkerei und eine Tankstelle. Damit sollen etwa 75 % der Betriebskosten gedeckt sein. Leider wirft die Tankstelle bis Anfang 2017 nicht die erwarteten Gewinne ab, da sie durch eine Großbaustelle praktisch kaum erreichbar ist.

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Bolivien – GKS leistet nach dem Ausfall der Tankstelle durch die Großbaustelle die dringend notwendige Überbrückunsgshilfe für die Waisenkinder

Seit 2012 betreibt Oqharikuna ein Sägewerk und eine Schreinerei. 17 Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahre lernen nach dem täglichen Unterricht in der heimeigenen Schreinerei das Schreinerhandwerk. Auch hier bläst dem Projekt der Wind entgegen, der Bedarf an Holz, vor allem Pinienholz, ist stark rückläufig.

Die Georg Kraus Stiftung unterstützt seit vielen Jahren die Arbeit von Fundacion Oqharikuna, früher im Landwirtschaftsbereich. Seit  2015 finanziert die Stiftung das Gehalt des Schreinermeisters, der den Jugendlichen so eine berufliche Perspektive für ihr künftiges Leben eröffnet.