Gambia | Landwirtschaftsprojekt für Jugendliche- Nr. 139

Jugendarmut und -arbeitslosigkeit bekämpfen

Nahezu 75 Prozent der im ländlichen Raum wohnhaften Gambier leben unter der Armutsgrenze. Sie betreiben kleinbäuerliche Subsistenz-Landwirtschaft. Nennenswerte Beschäftigungsalternativen und Arbeitsangebote gibt es nicht. Besonders hart trifft diese Situation die Jugendlichen, die aktuelle Jugendarbeitslosigkeit beträgt 63 Prozent. Das erklärt die hohe Abwanderungsrate von Jugendlichen. Gambia hat gemessen an seiner Einwohnerzahl die höchste Migrationsrate aller Länder des afrikanischen Kontinents. Dies betrifft vor allem junge Männer, die sich aufgrund mangelnder Perspektiven auf den lebensgefährlichen Weg nach Europa begeben.
Eine qualifizierte Berufsausbildung, die den Jugendlichen eine realistische Zukunftsperspektive ermöglicht, ist ein wichtiger Schritt, um dem entgegenzuwirken.

Strukturen schaffen

Die Georg Kraus Stiftung unterstützt daher ein gambisches Jugendprojekt in Kooperation mit der Stiftung „Sabab Lou“ im Upper Baddibu District in Ballingho. Es handelt sich um eine zweijährige Ausbildung im Bereich der Landwirtschaft für arbeitslose Jugendliche und zurückgeführte Migranten. Sie beinhaltet Module zum Anbau von Gemüse und Feldfrüchten sowie Tierhaltung und der Verarbeitung und Vermarktung der Produkte.

Im gambischen Jugendprojekt absolvieren mittlerweile 80 junge Menschen ihre duale Ausbildung im ökologischen Gartenbau. Die Georg Kraus Stiftung unterstützt die Errichtung eines Gebäudetraktes mit Schlafräumen für 40 Auszubildende, sowie

 diversen Schulungsräumen. Hinzu kommt die Erweiterung Solarstromanlage.

Gesunder Boden gute Ernte

Ein weiteres Ziel ist es, die Produktivität auf den Feldern zu steigern, denn das Projekt soll sich zukünftig selbst tragen.
Die Ackerböden in der ariden Zone sind stark degradiert, sie haben an Struktur und an Nährstoffen verloren, die Erträge sind seit Jahren rückläufig. 60 Prozent der Menschen in der Region leben in extremer Armut, die meisten von ihnen von der Landwirtschaft. Der Rückgang der Ernten trifft sie besonders hart.
Der Boden des Jugendausbildungsprojekts in Ballingho wurde nach und nach mit selbst produzierter Komposterde bearbeitet und belebt und die Erträge verbessern sich stetig. Die Jugendlichen erlernen die schonende Bodenbearbeitung, die Beachtung der Fruchtfolgen und die organische Düngung. Denn nur mit gesunden Böden kann langfristig ein ausreichender Ertrag erwirtschaftet werden und damit die Lebensgrundlage der Menschen erhalten bleiben. Es soll erreicht werden, dass die Menschen von der Landwirtschaft leben können, ohne ihre Böden weiter ausbeuten zu müssen und dass sie ein würdevolles und zufriedenes Leben in ihrer Heimat leben können.