Projekt- Nr. 300


Bulgarien – Altenbegegnungsstätte im Dorf Huchla,
Schwarzmeerregion

Die Gemeinde Ivaylovgrad liegt im Rodopengebirge an der Süd-Grenze zu Griechenland und der Türkei. Im Dorf Huchla leben nur noch ca. 35 meist alte, verarmte Menschen. Die arbeitsfähige Bevölkerung versucht im Ausland Arbeit zu finden. Die alten Leute leben in einfachsten Häusern in ihrem Dorf. Ein Altenheim gibt es bisher in der Gegend nicht. Die soziale Versorgung ist dürftig. Es gilt das Selbstversorger-Prinzip und die gegenseitige Unterstützung. Die Bulgarienhilfe Oberschwaben (Verein zur Förderung von sozialen Einrichtungen und Diensten in Osteuropa e.V.) unterstützt die alten Leute seit langem mit Hilfstransporten, Lebensmitteln und Geld für Einkäufe vor Ort.

Einen Raum für Begegnung schaffen

Vor Jahren entstand die Idee, den alten Leuten wenigstens einen Ort der Begegnung und regelmäßige Betreuungsangebote zu ermöglichen. Bisher fehlte hierzu ein geeigneter Raum. Die Sozialbehörde der nächstgelegenen Gemeinde Ivaylovgrad hat nun einen ungenutzten Raum in einem alten Gebäude aus kommunistischer Zeit in der Mitte des Dorfes zur Verfügung gestellt. Hier befindet sich auch ein Büro der Gemeinde. Der Raum für die Begegnungsstätte ist noch nicht nutzbar und muss durch umfangreiche Renovierungsmaßnahmen hergestellt werden. Die Kommune wird einen Kostenanteil zur Herrichtung übernehmen. Damit ist der Bestand auch staatlich gesichert. Betreut wird die Einrichtung durch die Bulgarienhilfe Oberschwaben und der bulgarischen Fachkraft Yanitsa Kaplan. Sie kümmert sich auch darum, den Gemeinschaftsraum mit altengrechten Angeboten zu beleben und zu einem Ort der Begegnung zu machen.

Die Georg Kraus Stiftung übernimmt einen wesentlichen Teil der Kosten zur Schaffung dieser Altenbegegnungsstätte und sorgt für eine passende Einrichtung.


Rumänien – Altenheim in Carei – Großkarol – Nagykároly

Der Ort Carei liegt im Nordosten Rumäniens, im Landkreis (Judetul) Satu Mare, (früher Region Sathmar). Carei ,Großkarol oder Nagokaróly hat eine bewegte Geschichte hinter sich, die sich in den drei Namen, die sich am Ortseingang befinden, widerspiegeln. Eine ungarische, eine deutsche und eine rumänische Komponente der wechselvollen Geschichte führt auch in der Zusammensetzung der örtlichen Bevölkerung dazu, dass es ungarisch-, deutsch- und rumänischstämmige Anteile gibt.

In der Nähe von zwei Wohngruppen für Kinder gibt es ein Seniorenwohnheim. Es wurde 1984 in typischer sozialistischer Bauweise erbaut und wirkt nüchtern und karg. Die Heimleiterin und ihre Mitarbeiter sind sehr engagiert und bemühen sich um einen gute Versorgung.

Sechs Senioren teilen sich ein Zimmer

Derzeit gibt es 92 Bewohner im Alter zwischen 25 und 84 Jahren. Die jüngeren Bewohner haben zum Teil geistige und / oder körperliche Behinderungen. Die Senioren hausen in Zimmern mit sechs Betten. Ein kleines Nachtschränkchen neben dem Bett ist die einzige Aufbewahrungsmöglichkeit für persönliche Gegenstände. Die technische Infrastruktur des Hauses ist in einem teilweise desolaten Zustand, die staatliche Renovierung ist nicht ausreichend.
Die Kriegskindernothilfe e.V., Warmsteinbach unterstützt die Heime seit Jahren mit Hilfstransporten und Ausstattungsgegenständen. Durch die Unterstützung der Georg Kraus Stiftung können nun erste strukturelle Verbesserungen vorgenommen werden. Die undichten Fensterbänke der Räume werden abgedichtet und ein Kühlraum zur sachgerechten Lagerung der Lebensmittel wird installiert. Weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Situation sind geplant.



Serbien – Mobile Altenpflege im Bezirk Nova Crnja

Die Gegend ist sehr dörflich und gehört zu den ärmsten Regionen Europas. Die jungen Menschen verlassen die Dörfer, zurück bleiben die Alten und Kranken. Das Rentenniveau liegt bei umgerechnet ca. 50 Euro, aber z.B. die Energiekosten sind in etwa so hoch wie in Deutschland. Die Csilla von Boeselager Stiftung unterstützt das Gebiet mehrmals jährlich mit Hilfslieferungen. Sie bringt Lebensmittel und Bekleidung für die alten Menschen in die abgelegenen Dörfer.
Zusätzlich betreibt die Stiftung seit 2012 eine mobile häusliche Altenpflege. Sie ist abgestimmt mit den Sozialbehörden des Bezirkes und mit einem gemeinnützigen Bürgerverein, den Frau Dr. Ersébet Fessl de Alemany gegründet hat.

Hilfestellung und soziale Kontakte

Beschäftigt werden 2 Pflegekräfte, die mit einem Fahrzeug die umliegenden Dörfer besuchen. Sie versorgen regelmäßig ca. 30 alleinstehende Senioren, die in ärmlichsten Verhältnissen leben und den Alltag allein nicht mehr bewältigen können. Es werden kleine Pflegemaßnahmen durchgeführt und Einkäufe erledigt. Die Pfleger werden immer freudig erwartet, denn dies sind oft die einzigen sozialen Kontakte, die diese Menschen noch haben.

Die Georg Krausm Stiftung hat daher ihre Unterstützung zugesgt. Eine Fortführung der Maßnahme wird angestrebt.

Die Csilla von Boeselager Stiftung in Arnsberg wurde 1991 gegründet und finanziert seitdem Projekte in Ungarn, Polen, Rumänien, Serbien und der Ukraine. Schwerpunkt liegt auf der Versorgung armer Menschen. Schulspeisungen, Armenküchen, Kinderhorte und Einrichtungen für Großfamilien, sowie regelmäßige Hilfstransporte.


 

Ukraine – Haus der Barmherzigkeit in Vatutino, Tscherkassy-Gebiet

Vatutino ist eine Stadt mit 18.000 Einwohnern und liegt in einem ländlichen Gebiet. Die soziale Versorgung der Bevölkerung ist schlecht, Rentner erhalten ca. 100 Euro Rente im Monat. Ein Betrag der auch in der Ukraine kaum zum Notwendigsten reicht.

Das Haus der Barmherzigkeit ist ein soziales Haus für Senioren mit angeschlossenem Bereich für Mutter Kind (5) und eine Pflegefamilie. Das Haus wurde von der S’Einlaedele gemeinnützige GmbH mit Unterstützung internationaler Spender und Hilfseinrichtungen gebaut. SÉinlaedele ist in der Ukraine-Hilfe seit 1993 tätig. Die Bewohner des Heims werden durch soziale und staatliche Einrichtungen vermittelt. Im Haus leben 32 Seniorinnen und Senioren. Zusätzlich wohnt dort eine Pflegefamilie mit 10 aufgenommenen Kindern. Es werden 12 Mitarbeiter beschäftigt, die zum Teil von der evangelischen Stadtmission Freiburg zur Altenpflegerin ausgebildet wurden.

Vereinsamung im Alter entgegenwirken

Die Unterkunft ist für ukrainische Verhältnisse warm und ordentlich. Die Bewohner werden mit dem Nötigsten versorgt, aber über die körperliche Grundversorgung hinaus geschieht nichts. Das seelische Wohl der Senioren tritt in den Hintergrund. Es fehlt bisher ein Ort um gemeinschaftliche Aktivitäten und Betreuungsangebote zu ermöglichen. Ein Raum im Dachgeschoß ist vorhanden und wurde vor kurzem über einen Fahrstuhl erschlossen. Dieser Raum wird nun zu einer Begegnungsstätte ausgebaut, um den Bewohnern auch soziale Kontakte und Gemeinschaftsaktivitäten zu ermöglichen. Die Fertigstellung und Eröffnung ist für April 2019 geplant. Das Haus wird von der internationalen Stiftung Vaterhaus verantwortlich geführt, sodass eine dauerhafte Nutzung der Räumlichkeiten gesichert ist. Daher unterstützt die Georg Kraus Stiftung dieses Projekt.